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Ausschnitt aus einem Restaurierungskonzeptes
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1. Identifikation
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Objekt
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Biedermeiersekretär aus der Zeit um 1820
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Obj.Nr.
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109
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Name des/der Restaurators/in
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Zachmayer Robert
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Zeitraum der Konzeptionserstellung
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11.01.07- 20.01.07
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Datum
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12.01.07
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Standort
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Werkstatt
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Standort-
bedingungen
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Raumtemperatur in °C
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17°
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rel. Luftfeuchtigkeit in %
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54%
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2.
Restaurierungsvorgaben
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Es soll eine
zurückhaltende Restaurierung, ohne Zerstörung der Originalsubstanz
vorgenommen werden. Die Funktion, insbesondere die der Schlösser und der
Schreibklappe, soll wieder hergestellt werden.
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3. Ergebnisse der Befunduntersuchung
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3.1 eingehende
Objektsichtung:
Werkspuren:
Hobelschläge auf der
Außenseite der Rückwand
Nach intensiver
Objektsichtung konnte festgestellt werden, dass der Sekretär schon einmal
überarbeitet worden ist. Dies zeigte sich insbesondere an den unteren
Drechselteilen, die unsauber ausgetauscht worden sind.(siehe auch 3.3.) Auch
die Oberfläche wurde Opfer einer früheren Restaurierung, da sich die jüngere
Oberfläche von der wahrscheinlich originalen Oberfläche ablöst.
Der allgemeine
Erhaltungszustand des Möbels kann als gut eingestuft werden, denn es sind bis
auf kleinere Furnierfehlstellen keine gravierenden Schäden am Furnier
vorhanden. Der Innenbereich des Sekretärs ist als sehr gut einzustufen.
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3.2 Materialbestimmung
a) Mikroskopische
Holzartenbestimmung:
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Ort
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Holzart
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Trägerholz
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Fichte
(Picea abies)
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Furnier außen
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Mahagoni (genaue Art
konnte nicht näher bestimmt werden
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Schubladen unten,
Korpus
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Eiche
(Quercus robur L.)
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Furnier
Schubladenfronten, Innenfurnier
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Spitzahorn
(Acer campestre L.)
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Schubladen oben
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Spitzahorn
(Acer campestre L.)
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Sonst. Verzierungen
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Mahagoni
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Drechselteile
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Kirschbaum
(Prunus avium L.)
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b)
Beschichtungsmaterial:
Bei der obersten
Lackschicht handelt es sich nach einer Lackanalyse1 um einen Schellack
Die darunter liegende
Schicht konnte bei dieser Untersuchung nicht weiter bestimmt werden, doch
aufgrund der Alkohollöslichkeit und der orangen Fluoreszenz kann davon
ausgegangen werden, dass es sich ebenfalls um ein Naturharz handelt.
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Fortsetzung der Befunduntersuchungen
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3.3 UV- Untersuchung
Bestimmt durch:
Handlampe
Ergebnis: Alle Außenflächen weisen eine orange Fluoreszenz auf. Die
Verschmutzungen fluoreszieren
braun. Es ist deutlich ersichtlich, dass die unteren sowie die vorderen
oberen gedrechselten Elemente nicht original sind (dunkelbraun- orange
Fluoreszenz). Außerdem lassen sich hier deutliche Leimverschmutzungen
feststellen. Die hinteren oberen Drechselteile fluoreszieren wie die
restliche Oberfläche und sind somit als originale Elemente zu identifizieren.
Der Innenbereich
fluoresziert einheitlich geschlossen in einer hellorange Farbe.
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3.4 Schichtenanalyse
Bestimmt durch
Querschliffuntersuchung:
Ergebnis: Auf allen Außenflächen befinden sich vier Schichten. Die erste,
vermutlich originale Naturharzschicht (orange Fluoreszenz), ist durch eine
braune Schicht von einer weiteren Naturharzschicht voneinander getrennt. Die
auf diesen Schichten liegende oberste Schicht ist vermutlich eine Mischung
aus Schmutz und Möbelpflegeprodukten (Wachshaltig).
Auf der Innenseite
befindet sich eine Naturharzschicht (vermutlich originale Oberfläche).
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3.5 Reinigungs- und
Löseuntersuchung
bestimmt durch kleine und große Lösemittelreihe1
Ergebnis: Als bestes Reinigungsmittel hat sich Shellsol T 165- 185°C
bewiesen, da es die
Naturharzschichten nicht anlöst und am besten den Schmutz entfernt.
Ethanol löst die Oberfläche
vollständig
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3.7 Zusammenfassung
der Befunduntersuchung
Auf den Außenflächen
befinden sich zwei Naturharzschichten, wobei die unterste wahrscheinlich die
originale Schicht ist. Im Innenbereich wurde diese Oberfläche nicht
überpoliert wie dies außen erfolgt ist.
Da sich alle Schichten
mit Ethanol vollständig lösen und diese auch orange fluoreszieren liegt die
Vermutung nahe, dass es sich um eine Schellackoberfläche handeln könnte.
Eine Trennung der
Lackschichten ist mit hohem Aufwand möglich, wird jedoch nicht angewandt, da
die vermutlich originale Lackschicht stark verkratzt ist und dies dem
Charakter des Möbels in keiner Weise entspricht.
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4. Restaurierungsziel
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Ziel ist eine
konservierende Maßnahme unter Erhaltung der Originalsubstanz. Dies gilt
insbesondere für alle Oberflächen des Möbels.
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 | Atelier für Restaurierungen | robert_zachmayer@web.de |  |
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